Ester Wolf aus Genf von der Menschenrechtsorganisation FIAN (FoodFirst Information and Action Network) berichtet über den Kampf der brasilianischen Bauern um deren Land.

In Brasilien besitzen etwa 10 % der Bevölkerung rund 80 % des Landes. Die Stimmen, die eine gerechtere Landverteilung und damit die Durchführung einer Agrarreform fordern werden lauter.

Ein positives Beispiel aus dem brasilianischen Bundesstaat Pernambuco: 1997 hatten rund 300 Familien landloser Bauern das Gebiet von fünf ehemaligen Zuckermühlen (Prado, Taquara, Tocos, Papicu und Dependência) im Ausmaß von rund 2500 Hektar besetzt.

Gemäß der brasilianischen Verfassung können Grundstücke, die ihre soziale Funktion nicht erfüllen, weil sie z.B. brachliegen, zu Zwecken der Agrarreform enteignet werden. Vor dem Hintergrund von 4-5 Millionen landloser Familien und rund 54 Millionen Armen in Brasilien haben die bisherigen Regierungen allerdings nur sehr zögerlich von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.


Mittwoch, 9. August 2006, 20 Uhr

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