Sven Hannes, ist Historiker und wird uns die wahnwitzige Geschichte der Atomtest der USA erläutern.

Unterirdische Atomtests sind seit einem halben Jahrhundert das wichtigste Instrument der Kernwaffenforschung. In diesem Zeitraum wurden komplexe Versuchsanordnungen und elaborierte Verfahren entwickelt, um Daten zu gewinnen, Testgegenstände zu exponieren und die Produkte der Explosionen einzuschliessen. Milliardenteure Bauwerke wurden unter dem Wüstenboden installiert und in zwei Millisekunden vernichtet.

Unterirdische Atomtests waren aufwändiger und bescherten den Forschern zahlreichere Überraschungen und katastrophale Rückschläge als die berühmten atmosphärische Tests. Dennoch ist dieses Kapitel der Wissenschaftsgeschichte, das die Sinnlosigkeit und Blindwütigkeit des Wettrüstens wie kein zweites demonstriert, weitgehend unbekannt. Weder in deutscher noch in englischer Sprache wurde es jemals umfassend publiziert.

Wir wollen gemeinsam unter die Erde blicken, in kurzlebige Lavablasen von der Grösse von Fussballstadien, in denen exotische thermodynamische und chemische Bedingungen herrschen. Wir beschäftigen uns mit den Spezialproblemen der "Containment"-Geologie. Wir lernen die Funktionsweise der Hochgeschwindigkeitssperren kennen, der schnellsten und widerstandsfähigsten Mechanismen, die je konstruiert wurden. Wir folgen den Arbeitern und Messteams, die nach den Tests mit Schaufel, Pickel und Schutzanzug in staubige Tunnel vordringen, in Richtung der radioaktiven Hölle.

Sonntag, den 26.06.2011, 19 Uhr


www.svenhannes.de